Boris Johnson, ein neuer starker Führer für das freie Europa?

So veränderte sich das emotionale Bild der Berichterstattung der deutschen Online-Medien während und nach der Wahl

Eine Nachlese mit Hilfe des Marken Monitors von durch-die-markenbrille.de und pressrelations

  • Balance steht für Sicherheit und Stabilität

  • Dominanz steht für Durchsetzungskraft und Machtstreben

  • Bei Stimulanz geht es um neue Reize, das Ausbrechen aus dem Gewohnten, um Abwechslung und Andersartigkeit

Düsseldorf, 16. Dezember 2019: Boris Johnson versteht es, wie kaum ein anderer europäischer Politiker, die Emotionen der Öffentlichkeit zu bewegen. Auch deutsche Online-Medien vermitteln starke Emotionen zu Johnson. Im letzten halben Jahr prägten sie so eine starke Markenpersönlichkeit, die fast alle Wählergruppen auch in Deutschland erreicht (durch-die-markenbrille.de berichtete).

Aktuell fällt auf, dass sich die negative Berichterstattung zu Johnsons Dominanz immer mehr in eine positive Richtung entwickelt. Wird so das Bild eines neuen, starken Führers für das freie Europa geprägt?

 

In der Woche vor der Wahl zeichneten die deutschen Online Medien vor allem ein stimulierendes Bild von Boris Johnson. Dies schwenkte in der Wahlwoche auf Dominanz. Am Tag der Wahl wurde die Dominanz Johnsons noch stark negativ bewertet. Am Tag der Wahl und am Tag danach wurde diese Dominanz positiver eingeschätzt.

Die Woche vor der Wahl:

Stimulierende Berichterstattung der deutschen Online-Medien Für junge Wähler:

In der Woche vor der Wahl vermittelten die deutschen Online-Medien vor allem stimulierende Emotionen zu Johnson. Diese wird aber negativ bewertet: Verhältnis negative zu positive Aussagen – 46 (- 46/1). Mit Stimulanz erreicht man insbesondere Jugendliche. Stimulanz kommt in der deutschen Politik praktisch nicht vor. Deswegen auch die Durchschlagskraft des Influencers Rezo, der Inhalte über die CDU durchaus stimulierend vermittelte.

 

  • Marke messen: Jonson stimuliert die Online-Medien

Erst an dritte Stelle rangierte in der Woche vor der Wahl die Dominanz Johnsons. Über diese wurde aber nur negativ (25 Äußerungen) oder neutral (23 Äußerungen) berichtet. Es gibt keine positiven Äußerungen zu seiner Dominanz.

  • Marke messen: Jonson stimuliert die Online-Medien

Die Woche der Wahl:

Dominanz und Balance für Rechte, Konservative und Liberale

In der Woche der Wahl vermittelten die deutschen Online-Medien im Zusammenhang mit Johnson vor allem Dominanz (536 Aussagen). In Richtung Dominanz kommuniziert vor allem CSU in Deutschland (Mia san Mia), derzeit früher auch mal die FDP (Besserverdiener) und natürlich die AFD. Interessant: Die Tonalität zum Thema Dominanz war negativ (-147/14) =  -10,5.

  • Marke messen: Jonson wird in der Woche der Wahl von den deutschen Online-Medien als dominant wahrgenommen

Mit dem Thema Balance, das in der Wahlwoche an zweiter Stelle steht, erreichten die Onlinemedien die klassischen konservativen CDU und CSU-Wähler.

 

Der Tag der Wahl:

Johnsons Dominanz wird noch negativer bewertet

Am Tag der Wahl bleibt Johnsons Dominanz das stärkste emotionale Motiv. Sie wird mit 49 negativen Aussagen und nur zwei positiven sogar noch negativer vermittel, als in den Wochen zuvor: -24,5 (-49/2).

 

  • Marke messen: Johnson wird am Tag der Wahl von den deutschen Online-Medien als dominant wahrgenommen

Der Tag nach der Wahl:

Johnsons Dominanz wird erheblich positiver gesehen

Am Tag nach der Wahl berichten die deutschen Online-Medien erheblich weniger negativ über Johnsons Dominanz: Verhältnis negative zu positive Stimmen  – 4,9 (54/11)

 

  • Marke messen: Johnson wird am Tag der Wahl von den deutschen Online-Medien als dominant wahrgenommen - aber viel positiver

Insgesamt ergibt sich also folgender Zeitverlauf für die Darstellung von Johnsons Dominanz:

  • Marke messen: Johnson wird am Tag der Wahl von den deutschen Online-Medien als dominant wahrgenommen - aber viel positiver


Die spannende Frage für die nächsten Wochen und Monate lautet: Setzt sich der Trend fort? Kommen die deutschen Online-Medien in den kommenden Wochen und Monaten zu einer positiven Bewertung von Johnsons Dominanz? Oder schlägt das Pendel wieder zurück und bleibt Dominanz in den Augen der deutschen Online-Öffentlichkeit negativ besetzt?

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